Johannesburg
10 Punkte für Nachhaltige Entwicklung
Auszüge aus einem Papier des Verbandes Entwicklungspolitik
deutscher Nichtregierungs-Organisationen e.V.
1. Armut bekämpfen und Gerechtigkeit verwirklichen
Weltweit leben bald eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Die Entwicklungszusammenarbeit muss einen gezielten Beitrag zur strukturellen Armutsbekämpfung leisten. Selbsthilfeinitiativen und soziale Bewegungen müssen unterstützt werden, deren Arbeit soziale Gerechtigkeit herstellen will und sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Umsetzung der Agenda 21 orientiert.
2. Das Klima durch eine Energie- und Verkehrswende schützen
Um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, müssen in den Industrieländern schnell konkrete Maßnahmen in Gang gesetzt werden, die bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen um 40%, bis 2050 um 80% reduzieren. Die erneuerbaren Energien müssen in den nächsten 10 Jahren auf einen nationalen und weltweiten Anteil von deutlich über 10% des Primärenergieverbrauchs gebracht werden.
3. Wirtschaftliche Globalisierung sozial und ökologisch gestalten
Der ökonomischen Globalisierung müssen nicht nur ökologische und soziale Grenzen gesetzt werden, sie muss in ein politisches, demokratisch kontrollierbares Regelsystem nachhaltiger Entwicklung integriert werden.
4. Ernährung durch eine globale Agrarwende sichern
Obwohl weltweit genügend Nahrungsmittel für mehr als sechs Milliarden Menschen produziert werden, hungern etwa 800 Millionen, die Mehrzahl darunter Kleinbauern und Landarbeiter. Produktionsanreize, Garantiepreise und Exportsubventionen, die die Umwelt im Inland und die Agrarmärkte in anderen Ländern zerstören, sind abzuschaffen und in Programme zur nachhaltigen Regionalentwicklung zu lenken.
5. Biologische Vielfalt und Wälder erhalten und nachhaltig nutzen
Die biologische Vielfalt der Erde nimmt von Tag zu Tag ab. Die zunehmende Degradierung von Naturwäldern, die Übernutzung fast aller Meeresfischbestände und die anhaltende Biopiraterie sind Beispiele für die Auswirkungen verfehlter Politik und Konsummuster. Zu fordern ist die konsequente politische Umsetzung und der weitere Ausbau bestehender Rechtsinstrumente und Vereinbarungen, die die Menschen im Süden in gerechter Weise an der Nutzung ihrer biologischen Ressourcen beteiligen.
6. Boden schützen und Desertifikation bekämpfen
Zum Erhalt der natürlichen Bodenfunktionen zur Nahrungsmittelproduktion und Schaffung einer globalen Ernährungssicherheit ist eine standortgemäße Landnutzung und die umweltfreundliche Gestaltung der Agrarmärkte notwendig. In Deutschland ist die Flächenversiegelung von bisher 130 ha pro Tag bis zum Jahr 2010 auf Null zurückzuführen.
7. Recht auf Wasser einlösen und Wasserressourcen nachhaltig nutzen
Der Kampf um Wasser könnte zu einem der brisantesten politischen Konfliktfelder des 21. Jahrhunderts werden. Das Recht auf gleichberechtigten Zugang zu Wasser ist als Menschenrecht festzuschreiben, seine Einlösung muss staatliche Aufgabe und Verantwortung bleiben.
8. Konsum und Lebensstil nachhaltig gestalten
Schon heute wären vier Planeten nötig, wenn alle Menschen den Lebensstil der Industrienationen hätten. Fair gehandelte Produkte, Lebensmittel aus der Region oder mit Biosiegel, Nutzung des ÖPNV, Energiesparen und vieles andere mehr sind Möglichkeiten, im persönlichen Umfeld Ressourcen zu schonen.
9. Nachhaltigkeit braucht Geschlechtergerechtigkeit
Unbezahlte Daseinsvorsorge und die überwiegend von Frauen ausgeübten schlecht bezahlten Dienstleistungen stellen Zukunftsfähigkeit her, werden jedoch nicht als gesellschaftlicher Produktivfaktor gewertet. Geschlechtergerechtigkeit - im Sinne einer gerechten Verteilung von Eigentum an Ressourcen, von Lasten und Pflichten im Umweltschutz und der Überlebenssicherung, von Gestaltungsmöglichkeiten in der Umwelt- und Entwicklungspolitik - steht noch aus.
10. Lokale Agenda 21 und Beteiligung auf allen Ebenen stärken
Die Partizipation und Beteiligung auf allen politischen Ebenen muss deutlich ausgebaut werden. Voraussetzung dafür ist der ungehinderte Zugang zu Informationen. Elemente der direkten Demokratie müssen gestärkt bzw. eingeführt werden. Die mehr als 2000 kommunalen Agenda 21-Prozesse in Deutschland müssen unterstützt und stabilisiert werden.
Weltweit leben bald eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Die Entwicklungszusammenarbeit muss einen gezielten Beitrag zur strukturellen Armutsbekämpfung leisten. Selbsthilfeinitiativen und soziale Bewegungen müssen unterstützt werden, deren Arbeit soziale Gerechtigkeit herstellen will und sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Umsetzung der Agenda 21 orientiert.
2. Das Klima durch eine Energie- und Verkehrswende schützen
Um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, müssen in den Industrieländern schnell konkrete Maßnahmen in Gang gesetzt werden, die bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen um 40%, bis 2050 um 80% reduzieren. Die erneuerbaren Energien müssen in den nächsten 10 Jahren auf einen nationalen und weltweiten Anteil von deutlich über 10% des Primärenergieverbrauchs gebracht werden.
3. Wirtschaftliche Globalisierung sozial und ökologisch gestalten
Der ökonomischen Globalisierung müssen nicht nur ökologische und soziale Grenzen gesetzt werden, sie muss in ein politisches, demokratisch kontrollierbares Regelsystem nachhaltiger Entwicklung integriert werden.
4. Ernährung durch eine globale Agrarwende sichern
Obwohl weltweit genügend Nahrungsmittel für mehr als sechs Milliarden Menschen produziert werden, hungern etwa 800 Millionen, die Mehrzahl darunter Kleinbauern und Landarbeiter. Produktionsanreize, Garantiepreise und Exportsubventionen, die die Umwelt im Inland und die Agrarmärkte in anderen Ländern zerstören, sind abzuschaffen und in Programme zur nachhaltigen Regionalentwicklung zu lenken.
5. Biologische Vielfalt und Wälder erhalten und nachhaltig nutzen
Die biologische Vielfalt der Erde nimmt von Tag zu Tag ab. Die zunehmende Degradierung von Naturwäldern, die Übernutzung fast aller Meeresfischbestände und die anhaltende Biopiraterie sind Beispiele für die Auswirkungen verfehlter Politik und Konsummuster. Zu fordern ist die konsequente politische Umsetzung und der weitere Ausbau bestehender Rechtsinstrumente und Vereinbarungen, die die Menschen im Süden in gerechter Weise an der Nutzung ihrer biologischen Ressourcen beteiligen.
6. Boden schützen und Desertifikation bekämpfen
Zum Erhalt der natürlichen Bodenfunktionen zur Nahrungsmittelproduktion und Schaffung einer globalen Ernährungssicherheit ist eine standortgemäße Landnutzung und die umweltfreundliche Gestaltung der Agrarmärkte notwendig. In Deutschland ist die Flächenversiegelung von bisher 130 ha pro Tag bis zum Jahr 2010 auf Null zurückzuführen.
7. Recht auf Wasser einlösen und Wasserressourcen nachhaltig nutzen
Der Kampf um Wasser könnte zu einem der brisantesten politischen Konfliktfelder des 21. Jahrhunderts werden. Das Recht auf gleichberechtigten Zugang zu Wasser ist als Menschenrecht festzuschreiben, seine Einlösung muss staatliche Aufgabe und Verantwortung bleiben.
8. Konsum und Lebensstil nachhaltig gestalten
Schon heute wären vier Planeten nötig, wenn alle Menschen den Lebensstil der Industrienationen hätten. Fair gehandelte Produkte, Lebensmittel aus der Region oder mit Biosiegel, Nutzung des ÖPNV, Energiesparen und vieles andere mehr sind Möglichkeiten, im persönlichen Umfeld Ressourcen zu schonen.
9. Nachhaltigkeit braucht Geschlechtergerechtigkeit
Unbezahlte Daseinsvorsorge und die überwiegend von Frauen ausgeübten schlecht bezahlten Dienstleistungen stellen Zukunftsfähigkeit her, werden jedoch nicht als gesellschaftlicher Produktivfaktor gewertet. Geschlechtergerechtigkeit - im Sinne einer gerechten Verteilung von Eigentum an Ressourcen, von Lasten und Pflichten im Umweltschutz und der Überlebenssicherung, von Gestaltungsmöglichkeiten in der Umwelt- und Entwicklungspolitik - steht noch aus.
10. Lokale Agenda 21 und Beteiligung auf allen Ebenen stärken
Die Partizipation und Beteiligung auf allen politischen Ebenen muss deutlich ausgebaut werden. Voraussetzung dafür ist der ungehinderte Zugang zu Informationen. Elemente der direkten Demokratie müssen gestärkt bzw. eingeführt werden. Die mehr als 2000 kommunalen Agenda 21-Prozesse in Deutschland müssen unterstützt und stabilisiert werden.
