Genuss und Nachhaltigkeit
Ein Handbuch von Dan Jakubowicz über genussvolle Wege zur Veränderung des persönlichen Lebensstils
Genuss statt Verzicht !?
Dass Genuss ohne schlechtes Gewissen heutzutage immer schwieriger wird, spricht Dan Jakubowicz gleich zu Beginn seines Buches an: "Zu offensichtlich sind die
Zusammenhänge zwischen unserem Lebensstil und der Gefährdung der Umwelt oder der schlechten Lebenssituation anderer Menschen." Zusammenhänge, die die meisten Menschen ziemlich genau kennen, aber oft genug ignorieren, um nicht vor der Wahl zwischen Genuss und ethisch angesagtem Verzicht zu stehen.Welcher Ausweg bleibt also, wenn relativ wenige 'Verzichtsapostel' mit ihrem Tun keine Mengeneffekte erzielen und eher abschreckend als motivierend auf ihre Mitmenschen wirken? Antwort des Autors: Leicht erreichbare Ziele setzen -> Lustvolle Wege zu diesen Zielen finden -> Dadurch ein Beispiel geben.
Diagnose: Die Lage der Welt
Wer Lebensstil-Ziele diskutieren will, muss sich mit Ursachen und Vernetzungen der aktuellen Probleme auseinander setzen. Der Ansatz von Dan Jakubowicz ist, "von einem höchst vereinfachten - somit leicht verständlichen, andererseits aber notwendigerweise unpräzisen - Modell" auszugehen.
Dem Autor gelingt es jedenfalls, die gegenseitigen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen aus "armer Welt", "reicher Welt" und der Welt der Arbeitslosen: "Armut im Reichtum" sehr augenfällig zu belegen, die begleitende Umweltproblematik und das steigende Konfliktpotential zu verdeutlichen. Sein Rezept zum Abbau der Ungleichgewichte, zur Sicherung des inneren und äußeren Friedens ist einleuchtend: Materiellen Konsum teilen -> Arbeit teilen -> Lebenssinn und Zufriedenheit aus anderen Quellen als Arbeit und materiellem Konsum schöpfen.
Dem Autor gelingt es jedenfalls, die gegenseitigen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen aus "armer Welt", "reicher Welt" und der Welt der Arbeitslosen: "Armut im Reichtum" sehr augenfällig zu belegen, die begleitende Umweltproblematik und das steigende Konfliktpotential zu verdeutlichen. Sein Rezept zum Abbau der Ungleichgewichte, zur Sicherung des inneren und äußeren Friedens ist einleuchtend: Materiellen Konsum teilen -> Arbeit teilen -> Lebenssinn und Zufriedenheit aus anderen Quellen als Arbeit und materiellem Konsum schöpfen.
Fairer Konsum: Gut und nachhaltig statt einfach nur viel
Wenn es um eine andere, faire Art des Konsums geht, entsteht die Frage, wieviel jedem Erdenbewohner denn eigentlich 'zusteht': Dan Jakubowicz schlägt hierfür das Konzept des
'Umweltraums' vor, das anschaulich klar macht, welche Budgets pro Person an Fläche, Emissionen und nicht erneuerbaren Rohstoffen zugestanden werden können. Was oft sonst bei solchen Erörterungen außen vor bleibt, spricht der Autor gleichfalls an: 'nicht-materielle Umwelträume', z.B. für Freizeit, Arbeit, Macht und Prestige.
Im Kern des Buchs führt ein ausführlicher, faktenreicher Exkurs durch die Gebiete Nahrungsmittel, Kleidung, Wohnen (incl. Urlaub), die Gründe und Abgründe unseres heutigen Konsums und liefert vielfältige Möglichkeiten zum Mitdenken. Der besondere Charme besteht darin, dass sich aus dem Dargelegten die Lösungsansätze: 'Gut statt viel' -> 'Nutzen statt besitzen' -> 'Bewahren statt wegwerfen' ohne erhobenen Zeigefinger und dogmatische Einseitigkeiten quasi beiläufig als faire und genussvolle Alternativen ergeben.
Im Kern des Buchs führt ein ausführlicher, faktenreicher Exkurs durch die Gebiete Nahrungsmittel, Kleidung, Wohnen (incl. Urlaub), die Gründe und Abgründe unseres heutigen Konsums und liefert vielfältige Möglichkeiten zum Mitdenken. Der besondere Charme besteht darin, dass sich aus dem Dargelegten die Lösungsansätze: 'Gut statt viel' -> 'Nutzen statt besitzen' -> 'Bewahren statt wegwerfen' ohne erhobenen Zeigefinger und dogmatische Einseitigkeiten quasi beiläufig als faire und genussvolle Alternativen ergeben.
Lebensstil: Was brauchen Sie?
Ein Exkurs entlang der Stichworte Leben, Sättigung, Körpergefühl, Raum, Zeit, Schönheit, Weltanschauung, Macht, Tätigkeit und Muße macht spätestens an dieser Stelle klar, dass der Autor nicht einfach eines der üblichen Öko-Bücher vorlegt, sondern dass hier einmal die Betrachtung vom Kopf auf die Füße gestellt wird. Denn wenn die Maßstäbe für die menschlichen Grundbedürfnisse nicht stimmen, finden alle vordergründig objektiven Diskussionen über Nachhaltigkeit auf der falschen Basis statt.
Dan Jakubowicz dokumentiert am Beispiel Auto, dass es nicht einfach nur darum geht, mit einem Maximum an technischer Effizienz die rationalen Bedürfnisse der Nutzenden (Mobilität, Bequemlichkeit, Ungebundenheit) zu erfüllen, sondern dass die emotionalen Bedürfnisse (imponieren, Status definieren, Macht über eine Maschine ausüben) eine entscheidende Rolle spielen. Erst wenn Menschen andere Möglichkeiten finden, wirksam zu sein, "mit ihrem Leben einen Abdruck im Gefüge der Welt zu hinterlassen", dann ist neben der "intelligenten Rationalisierung der Mittel" die genauso wichtige "kluge Selbstbeschränkung der Ziele" möglich.
Dan Jakubowicz dokumentiert am Beispiel Auto, dass es nicht einfach nur darum geht, mit einem Maximum an technischer Effizienz die rationalen Bedürfnisse der Nutzenden (Mobilität, Bequemlichkeit, Ungebundenheit) zu erfüllen, sondern dass die emotionalen Bedürfnisse (imponieren, Status definieren, Macht über eine Maschine ausüben) eine entscheidende Rolle spielen. Erst wenn Menschen andere Möglichkeiten finden, wirksam zu sein, "mit ihrem Leben einen Abdruck im Gefüge der Welt zu hinterlassen", dann ist neben der "intelligenten Rationalisierung der Mittel" die genauso wichtige "kluge Selbstbeschränkung der Ziele" möglich.
Die Welt verändern
"Ihr eigenes Handeln ist wichtig. Es kann Vorbildwirkung auf andere haben; außerdem gibt es Ihnen das Selbstbewusstsein und die moralische Kraft, auch politische Änderungen zu
verlangen." Mit dieser Aussage leitet Dan Jakubowicz zu den Möglichkeiten über, die jede/r in der Rolle des Konsumenten, des Wählers und des Meinungsbildners hat, plädiert für zielstrebiges Agieren und gefällige Darstellung, spricht aber auch offen an, dass 'Fundamentalismus', Halbwahrheiten oder Demagogie der Sache schaden.
"Sich verpflichten - sich vernetzen" empfiehlt der Autor als Mittel, in den eigenen Zielen konkret zu werden und damit nicht allein zu bleiben, z.B. in Österreich bei SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil) mitzumachen oder in Deutschland bei den Gruppen von "Aufbruch - anders besser leben". Ein Anhang, an dem auf deutscher Seite Gerhard Breidenstein mitgewirkt hat, bringt eine Fülle lesenswerter Informationen, wobei jedoch vieles sehr kompakt und verdichtet dargestellt ist, so dass der unterhaltsame Stil und die 'Leichtigkeit' des Hauptteils hier leider nicht erreicht werden.
"Sich verpflichten - sich vernetzen" empfiehlt der Autor als Mittel, in den eigenen Zielen konkret zu werden und damit nicht allein zu bleiben, z.B. in Österreich bei SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil) mitzumachen oder in Deutschland bei den Gruppen von "Aufbruch - anders besser leben". Ein Anhang, an dem auf deutscher Seite Gerhard Breidenstein mitgewirkt hat, bringt eine Fülle lesenswerter Informationen, wobei jedoch vieles sehr kompakt und verdichtet dargestellt ist, so dass der unterhaltsame Stil und die 'Leichtigkeit' des Hauptteils hier leider nicht erreicht werden.
