Der Arbeitskreis Buricá/Brasilien stellt sich vor
Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB)
“Die Geschichte der IECLB beginnt im Jahre 1824 mit der Ankunft der ersten evangelischen Lutheraner aus Deutschland. Sie waren in ihrer Mehrheit Tagelöhner, Pächter, Landlose. Sie kamen nicht aus freiem und spontanen Willen. Sie wurden aus ihrer Heimat durch Hunger und Elend vertrieben und von der brasilianischen Regierung angeworben zum Zwecke der "Aufhellung der Rasse", der Besiedelung von Grenzgebieten und der schrittweisen Ersetzung der Handarbeit der Sklaven. Viele starben, Opfer einer grausamen Kolonisierungspolitik, die sie missbrauchte und die es sogar erreichte, sie zu Mittätern der Unterdrückung und der Ausrottung der Indianer zu machen.
Zu den Ausgebeuteten von gestern kommen die von heute hinzu, indem sie mit ihrem Leben und Wohlergehen für das, was man Fortschritt nennt, bezahlen. ... Die IECLB bekennt sich gleichzeitig als Opfer und Mitverantwortliche zu dieser Realität. ... Das Lernen von Glaube, Liebe und Hoffnung ist eine der großen Notwendigkeiten auf unserem Kontinent. Die EKLB ist gerufen, missionarische Kirche zu sein, die dem Leben in allen seinen Dimensionen dient." (Gottfried Brakemeier 1991)
Heute hat die IECLB etwa 716.000 Mitglieder. Die IECLB legt großen Wert auf die Solidarität mit den Armen. In den letzten Jahren standen besonders die Bereiche Indianer und Landpastoral im Vordergrund der Arbeit. Prioritäten sind heute Ökologie, Gesundheitswesen, Erziehung, städtische Realität und Volksbewegungen, und nicht zuletzt die Problemgruppe der älteren Menschen. Entwicklungsdienst wird von den Kirchen nie als Dienst für die Armen, sondern stets als Dienst mit den Armen bzw. in Solidarität auf dem Wege ihrer Befreiung gesehen.
Eine enge ökumenische Zusammenarbeit besteht in Brasilien zwischen der IECLB, der Katholischen Kirche, der Methodistischen Kirche, der Episkopalen Kirche und der Presbyterianischen Kirche im Nationalen Rat der Kirchen CONIC (Conselho Nacional de Igrejas Cristãs). Die Beteiligung am Prozess der Demokratisierung und die Bearbeitung der Themen Auslandsverschuldung, Rassenvorurteile gegen Schwarze, Indianerfrage, Landreform, Gewalt auf dem Land, Diskriminierung der Frau u.a. führt die Kirchen zu konkreter Zusammenarbeit und gemeinsamer Stellungnahme.
Partnerschaft Arbeitskreis Buricá/Köln
Schon 12 Jahren sind wir miteinander unterwegs, zuerst der Distrikt Buricá, seit 1997 der Arbeitskreis Buricá und der Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch. Der Arbeitskreis Buricá setzte sich aus den Paroquien Três de Maio, Três de Maio Norte, Horizontina, Doutor Maurício Cardoso, Vila Pratos, Independência und Chiapetta zusammen. Der Arbeitskreis Buricá ging zu Beginn des Jahres 1999 in die neu gebildete Synode Noroeste Rio-Grandense auf.
Ziele der Partnerschaft:
- Miteinander reden, voneinander lernen,
- Miteinander beten und singen,
- Sich gegenseitig besuchen,
- Wichtige Projekte unterstützen (verschiedene landwirtschaftliche Projekte; ökumenische Arbeit mit Straßenkindern, Jugendlichen mit Drogenproblemen, evangelistisch/missionarische Neubelebung; Berufung, Ausbildung und Begleitung von Laienmitarbeitern; liturgische Erneuerung).
